Auszieh-Skype: Für und Wider

Ist es Betrug, wenn man kleine, erotische Spielchen mit einem alten Freund über Skype veranstaltet, während man gleichzeitig gerade dabei ist, in der realen Welt in eine feste Verbindung hineinzuschlittern?
Ich sage jein! Es ist wirklich die Gretchenfrage, darf man oder nicht, schlechtes Gewissen oder reine Seele, echter Sex oder banale Selbstbefriedigung?

Einerseits hat der Partner in der realen Welt nicht wirklich zu befürchten, dass er körperlich hintergangen wird, denn letztendlich bleibt eine Kamera eine Kamera, Berührungen zwischen den Beteiligten sind nicht möglich solange das Beamen außerhalb des Labors nicht kommerzialisiert wird und der Kontakt tatsächlich auf die Cyberaktivitäten beschränkt und nicht in die Realität ausgedehnt wird.
Aber andererseits bleibt das Faktum, dass auf der anderen Seite der Verbindung ein Mensch aus Fleisch und Blut sitzt (beizeiten auch liegt), jemand der (zumindest sexuelle) Gefühle für einen hegt, jemand der einen ansieht, der einem seine Gedanken mitteilt und mit dem man die eigenen Gedanken teilt.

Ein Zwiespalt! Eine emotionale Bindung zu einer anderen Person außer dem eigenen Partner zu unterhalten ist nicht weiter schlimm, zum Betrug wird die Sache erst, wenn auch der körperliche Part hinzukommt. Aber ist virtuelle Erotik mit realer gleichzusetzen?

Gut, ein Mann definiert Treue meist sehr modern und situationsbezogen und entscheidet sich dafür, dass ein sehr großer Unterschied zwischen Realität und Virtual Reality besteht- ein Mann ist offensichtlich immer ein Mann, wenn der Druck in den Pants zu groß wird. Und das ist keine kranke These meinerseits, sondern in mühevoller Feldarbeit erforscht und wortwörtlich bestätigt worden.
Aber (Stereotype hin oder her) ich als Frau bin tatsächlich anders gestrickt, und kann ein schlechtes Gewissen nur äußerst schwer unterdrücken. Liegt es am Testosteronmangel in meinem Blut, dass ich schnell Gefühle für jemanden aufbringe, selbst wenn ich diese Person (meist) nicht mal von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten kann, selbst wenn da eine andere Person ist, die mir jeden Tag mit Wort und Tat beweist, dass ich ihr wichtig bin?

Es ist nicht wirklich lange her, dass ich mir diese Frage gestellt habe, und heute kam sie erneut auf. Ich sage: es hat mir nichts gebracht, mir ein schlechtes Gewissen einzureden und Verzicht zu üben, ich habe nur einige spannende Stunden vor der Webcam ausgelassen, die mir mit Sicherheit sehr viel Spaß bereitet hätten. In diesem Fall wäre es wohl doch besser gewesen, sich auf das Bauchgefühl zu verlassen, und den skrupellosen Mann in der Frau raushängen zu lassen und zu genießen!
Also an alle Zweifler: lasst euch auf das Experiment ein, es lohnt sich (auch auf die Gefahr hin, bald eine Fanpage von der japanischen Youporncommunity eingerichtet zu bekommen, weil der seriöse Skype-Datentransfer von so manchermann angezweifelt wird, lol)

Published in: on August 23, 2009 at 9:41 pm  Schreibe einen Kommentar  

Urlaub macht frei!

Himmel und Meer anno 09
Im Urlaub ist alles erlaubt- glaubt ihr nicht? Der Großteil der Urlauber aber schon! Ehemalige Bürostuhlhocker, Kleinstbürokraten und i-Tüpfchen-Reiter werden zu ungezähmten Bestien der Lust, machen auf dem Dancefloor den Elvis oder rebellieren und schockieren mit ihren eigenwilligen, mutigen Outfitkombinationen ihre Mitmenschen.

In den letzten zwei Monaten musste ich erschrocken feststellen- ich rutsche wohl auch ein bisschen in diese Kategorie Touri hinein! Man darf mich nun hier nicht falsch verstehen, natürlich fühle ich mich nicht als Sextouristin, die wie viele introvertierte Schüchtis Ü-40 nach Thailand pilgern, um dort von ansässigen, exotischen Schönheiten am Weg vom Handbetrieb zur ersten Errektion zu zweit begleitet zu werden! Nein, viel mehr verstehe ich mich als Frau, die sich an europäischen Stränden gerne mit der Kultur der (vornehmlich männlichen) Einheimischen *räusper* auseinandersetzt, insbesondere wenn diese solche optischen Schmankerln sind, wie es in den letzten Urlaubswochen der Fall war. Es wird von einem Single ja geradezu verlangt, dass er nach den schönsten Wochen des Jahres vor Freunden und Bekannten mit kitschig anmutenden oder extrascharfen Lovestories auftrumpfen kann- es lastete also gewissermaßen ein starker Druck auf mir! Dementsprechend gab ich mein Bestes, diesem gerecht zu werden: ein paar stürmische Begegnungen später, und nachdem der Sonnenstich abgeklungen und mein Urteilsvermögen wieder rehabilitiert waren, musste ich jedoch feststellen, dass auch der feurige Südländer nicht der bessere Mann ist (und schon gar nicht besser mit der Zunge umgehen kann- aber das Küssen ist wieder ein ganz anderes Thema..;-))

Auch meine Outfitwahlen wurden mutiger. Nicht, dass ich im schönen Wien stets bieder und konservativ durch die Stadt wandeln würde, aber solche Sparmaßnahmen in Bezug auf Textilien würde ich im kreuzbraven Ösiländle wohl kaum wagen, man hat ja ein Image zu wahren. Pff, im Ausland vollkommen egal, da kennt einen eh keiner, da kann man sich mal so richtig derb gehen lassen (wobei es sehr unterhaltsam ist, immer wieder im Ausland Bekannten aus der Heimat über den Weg zu laufen, also ACHTUNG, Augen auf, Helmi und seine Spione lauern überall!). Auf der Tanzfläche wird schon mal mit einer guten Freundin ein Balztanz hingelegt, der die männliche Spezies aktivieren soll (und dies auch tatsächlich immer tut, Burschen ihr seid in der Hinsicht echt einfach gestrickt..). Prollige Lieder, bei denen man daheim den Mund angewidert verziehen würde hauen einen im Urlaub vom Hocker und sind die besten Stimmungsmacher- und vor allem sind diese Songs völkerverbindend, man braucht keine Worte mehr, jeder kennt die meist recht simplen Texte und kann sich voll in die Partycrowd integrieren.
Pittbull

Yeah! Wenn doch nur immer Ferien wären..

Published in: on August 22, 2009 at 3:31 pm  Comments (1)  

Treue-Intoleranz, der Klassiker unter den Allergien!

Dies ist ein Großstadtmärchen, zu 100% wahr!
Es war einmal ein österreichischer Unternehmer, der war erst wenige Monate mit seiner bedeutend jüngeren Gattin verheiratet, als ihm die Medien schon außereheliche Turteleien nachsagten. Skandal!

Infolge musste der arme, zu Unrecht beschuldigte Geschäftsmann in zahllosen Interviews immer wieder intensiv betonen, wie sehr er seine Frau liebe, und wie glücklich ihre Ehe wäre. Nichtsdestotrotz fuhr die Klatschpresse in einem fort, ihn der Untreue zu bezichtigen. Skandal!

Eines Abends, nach einer Veranstaltung (die er, so beteuerte er, nur deshalb ohne sein Eheweib besuche, da dieses im Ausland beruflichen Aufgaben nachgehen müsse) beschloss der gute Herr, auf einen privaten Absacker zu guten Freunden mitzukommen, wo in einer exquisiten, gemischten Runde kräftig gefeiert und auf die schönen Seiten des Lebens angestoßen wurde. Schließlich kam einer aus der Gruppe auf die glorreiche Idee, man könne doch ein Flaschendrehen für Erwachsene miteinander spielen, was alle Beteiligten sofort entflammen ließ, so auch unseren Unternehmer. Skandal!

Nach einigen Runden Wahrheit kam ans Licht, dass seine Ehe schon kurz nach der Hochzeit in Scherben lag, seine Frau ihn betrüge, und er kreuzunglücklich in der Verbindung wäre.
Nach einigen Runden Pflicht kam ans Licht, dass auch er es mit der Treue nicht so ernst nahm. Was war die Pflicht? Naja, Küssen natürlich unter anderem. Aber nicht auf den Mund. Skandal!

Published in: on August 21, 2009 at 5:31 pm  Schreibe einen Kommentar  

„Wenn der Pöbel aller Felder tanzet um die goldnen Kälber, ..

..halte fest: du hast vom Leben doch am Ende nur dich selber.“
Theodor Storm hat es schon damals gewusst, wir dumme Menschenskinder wollen es jedoch bis zum heutigen Zeitpunkt nicht einsehen.

Ich lasse nun meiner hermeneutischen Ader völlig freien Lauf, und wälze diesen klugen Satz dieses klugen Mannes auf meine neuesten (gestrigen) Erkenntnisse des Lebens um. Ich war mit einer guten Freundin auf einen Drink verabredet, wir hatten uns schon ein Weilchen nicht gesehen und uns einiges zu erzählen. Vor allem das leidige Thema Mann (ist da etwa ein Bedeutungszusammenhang zwischen dem italienischen und dem englischen male?!) kam beim Plaudern ins Herrmanns Strandbar nicht zu kurz, so erfuhr ich von den neuesten Unmöglichkeiten, die sich dieser und jener geleistet hatte, gab meine eigenen Erfahrungen (bzw. Irrtümer, die ich als positiv denkender Mensch Erfahrungen nenne) weiter und wir stellten fest, dass wir im Grunde recht einsam sind.
Am selben Abend lernten wir einen schönen, charismatischen Mann kennen, der sich offensichtlich schwer tat, sich für eine von uns stärker zu erwärmen als für die andere, und auch uns ging es nicht besser beim Versuch eine konstruktive Antwort auf die Frage zu finden, wer nun das Anrecht auf das Schnittchen hätte.

Letzten Endes gingen wir beide alleine heim, ich betrat in der früh um vier Uhr meine Wohnung. Totenstille. Ich hatte ein paar Gläser Wein getrunken, war etwas überdreht, jedoch nicht betrunken- in meinem Kopf drehten sich die Gedanken wild, viele bunte Bilder des Abends zogen an mir vorüber, ich hatte noch die Musik aus der Bar im Ohr. Viel zu müde um mich noch auszuziehen, geschweige denn zu duschen ließ ich mich in mein Bett fallen und versuchte, endlich Schlaf zu finden. Vergeblich. Gedanken überschlagen sich. Stille. Rechts neben mir im Bett Leere. Kein warmer, beruhigender Körper, an den man sich zum Einschlafen drücken kann. Keine Hand die einem die Schläfen streicheln und auch keine Arme, die einen in den Schlaf wiegen. Da musste ich weinen.

Published in: on August 19, 2009 at 7:31 pm  Schreibe einen Kommentar  

Mit der Yacht geködert..

Zurück aus dem Urlaub- um einige Erfahrungen reicher. In den schönsten Tagen/Wochen des Jahres ist bekanntlich alles erlaubt, und an diese Vorsätze habe ich mich auch streng gehalten. Kein Drink zu hart, kein Fummel zu knapp, alles ist möglich..

Zusammen mit einer sehr guten Freundin habe ich den Süden Italiens in den Boden gestampft, tagsüber Strand, ein wenig Sightseeing, abends Party nonstop. Dabei haben wir massenhaft Leute kennengelernt, wie es beim Reisen so üblich ist. Natürlich auch Italo-Jungs. Fragt sich im Nachhinein, ob man sich darüber freuen soll. Zwei besondere Exemplare der männlichen Gattung will ich hier vorstellen.

Nummer eins, nennen wir ihn Chico. 1,90 groß, also vollkommen untypisch für einen Italiener, stattlich, mit einer tiefen, rauen Stimme und sehr, sehr selbstsicher. In einem Club hat er mich angesprochen, wenige Tage später kam es zu einem erneuten Wiedersehen in einem anderen Strandclub, wo er wie eine Klette seine Hände an meine Hüfte und meinen Hintern heftete und mir seine schmalzigen Gedanken lüstern ins Ohr hauchte. Irgendwann zu späterer Stunde, nach vielen Vodka on the Rocks, umhüllte Chico mich mit seinen starken Armen, sodass jede Flucht zwecklos erschien, und rammte mir nicht gerade sanft seine ebenso recht groß ausgefallene Zunge in den Rachenraum, wo er mir mit flotten Umdrehungen wohl seine wilde Seite demonstrieren wollte. Ich hingegen bekam es nun eher mit der Angst zu tun, und checkte mit immer stärker aufkommender Panik die Fluchtmöglichkeiten ab, die sich mir anboten- jedoch ohne Erfolg, ich konnte keine Bekannten oder Freunde in nähester Umgebung entdecken, und auch ein vorgetäuschter Ohnmachtsanfall kam nicht infrage, da mein heißer Lover meine Passivität in seinem feurigen Enthusiasmus wahrscheinlich gar nicht bemerkt hätte. Also gab ich mich resigniert meinem Schicksal hin und wartete, bis Chico zum Luftholen mit der Bewässerung meines Gesichts pausieren musste. Doch nun war er angefeuert, unser Zungenspiel in einem fulminanten Feuerwerk der Lust, einem All-Inclusive-Liebesakt gipfeln zu lassen und bot mir an, auf ein Glas Wein auf sein Boot zu kommen und dort die nächsten Tage zu verbringen, er läge genau vor dem Club mit seiner Yacht vor Anker. Tja, wie soll ich sagen- natürlich lockt ein normales Mädchen das Angebot, sich auf einem Schiffchen in den Ferien von Angestellten verwöhnen zu lassen, aber mit diesem Schmalspurcasanova? Die Aussicht, mit dem guten Chico die restliche Zeit hier verbringen zu müssen wollte mich nicht recht froh machen, trotz Boot. Also entwand ich mich mühevoll seinem Klammergriff, um ihn über das Ende unserer kurzen Affäre in Kenntnis zu setzen- beleidigt zog er ab, um nur wenig später mit einer hochgewachsenen, kurzberockten Brünetten Richtung Hafen zu entschwinden. Männer!

Alsdann Nummer 2, nennen wir ihn Nico. Ein kleiner Italiener, der meine Freundin und mich 10 Minuten  bequatschte, doch an seinen Tisch zu kommen (es ist immer gefährlich solche Angebote in Italien anzunehmen, wenn man nicht gerade heiß darauf ist, am Tisch tanzend eine Vodkaflasche in den Mund gesteckt zu bekommen, was anschließend fotografiert und auf facebook dokumentiert wird). Im Großen und Ganzen waren er und seine Freunde jedoch tatsächlich ganz angenehme Zeitgenossen, nicht unerträglich aufdringlich oder desgleichen, weshalb wir auch Nummern austauschten, um an einem der nächsten Abende vielleicht gemeinsam auszugehen. Von nun an wurde ich täglich mit SMS, ich nenne es mal bombadiert, in denen Nico von der  Schönheit der Österreicherinnen und der Sehnsucht sprach. Am Ende hatte ich mit dem armen Kerl Erbarmen, und wir beschlossen, an unserem letzten Abend etwas gemeinsam zu unternehmen. Auf seinen Vorschlag hin fuhren wir (in einem Luxuswagen, dessen Marke ich hier zwecks Schleichwerbung nicht nennen mag) zu viert (Nico hatte noch einen Freund im Gepäck) in den edelsten Club der Region, wo uns Eintritt und Getränke gestellt wurden; danach wurden wir ebenso edel wieder nach Hause chauffiert, wobei mir der gute Nico beim Abschied seine ehrliche und tiefste Verehrung aussprach, und mir versicherte, er würde mich bald in Wien besuchen kommen, lieber sofort als gleich (ich konnte mich nicht erinnern, ihn eingeladen zu haben?!). Nun sitze ich hier, mit SMS am Display, in denen von Distanzen gefaselt wird, die unsere Verbindung überstehen wird, und von der unaufhörlichen Anziehungskraft zwischen uns (wo?).

Ach ja, und dank Web 2.0 wurde ich natürlich gleich von meinen neuen Freunden auf facebook erfolgreich gestalkt- die Geister, die ich rief…

Published in: on August 18, 2009 at 12:15 pm  Schreibe einen Kommentar  

Urlaub unter schlechtem Stern, oder klarem Sternenhimmel?!

Es geht morgen mit einer lieben Freundin in den Urlaub. Eigentlich ein Grund zur Freude, wäre da nicht das klitzekleine Problemchen, dass bisher bei den Planungen so gut wie alles schief gelaufen ist. Kostprobe gefällig? Da weiß ich nicht mal, wo anzufangen..

Wir wollen morgen zu Freunden in deren süditalienisches Ferienhaus. Als meine Reisegefährtin und ich die Flüge dorthin buchen wollten, waren wir anfangs komplett aus dem Häuschen, dass gerade ein Angebot „2 fliegen zum Preis von einem“ online war und beschlossen, diesem glücklichen Umstand mit einem Gläschen Holunder-Prosecco die Ehre zu erweisen. Leider gab es auf der Internetseite der Fluglinie technische Probleme, sodass wir ein, zwei Stündchen und ein, zwei Fläschchen warten mussten, ehe wir den Buchungsvorgang fortsetzen konnten. Inzwischen schon im wunderbaren Sorglos-Zustand, wie man ihn nur mit Prickelwasser erreichen kann, beschlossen wir, dass Kontrolllesen der Flugdaten nicht vonnöten sei, und drückten todesmutig gleich „Conferm“. Nur um zwei Minuten später beim Eintreffen der Buchungsbestötigung festzustellen, dass unser Rückflug eine Woche vorm Hinflug geht  ———————–> wer will schon zum halben Preis fliegen, wenn man zum doppelten auch fliegen kann?! Sind wir nicht dekadente Menschenkinder?!

So wünscht mir, dass der Flieger morgen keine Wasserlandung machen muss, aber bei solchen Pannen im Vorfeld sollte der Urlaub eigentlich traumhaft werden!

Bis bald meine Lieben ❤

Published in: on August 10, 2009 at 5:34 pm  Schreibe einen Kommentar  

Jeanne d`Arc oder Martha Stewart?

Sie ist Mitte 30, scheinbar problemlos alleinerziehende Mutter, verdient als Anwältin top, ist stets wie aus dem Ei gepellt, datet meist gutaussehende und gebildete Männer und wohnt im ersten Bezirk in Wien. Man hat den Eindruck, diese Frau hat einiges richtig gemacht.

Sie erzählt in der Öffentlichkeit sie wäre Ende 20, sieht ihr Kind unter der Woche aufgrund der Arbeit und des Partymachens nie, gibt es wochenends und in den Ferien zum Vater, ihr Schönheitsgeheimnis kann nur Dagmar Milesi lüften (nicht Evian und Genforscher), sie hat einen One-Night-Stand nach dem anderen, ohne einen Mann dauerhaft an sich binden zu können (es soll ja auch nicht irgendjemand sein, sondern einer, der viel zu bieten hat, und einen gleich in eine höhere gesellschaftliche Position schieben kann), und sie lebt mit Freunden in einer WG, um sich die Miete leisten zu können- wusch, so schnell kann man aufwachen!

Sie ist nicht alleine: man braucht eigentlich nur einen kurzen Blick in Wiener Szenelokale wie das Take5 zu werfen, und man wird feststellen, dass sich viele schöne und/oder intelligente Frauen, von denen man Emanzipation im Stile einer Jeanne d`Arc erwarten würde, plötzlich in schmusige, schnurrende Martha Stewarts verwandeln, die sich bei älteren Herren mit Zigärrchen im Mundwinkel anbiedern. Und das alles warum? Weil sie nach außen so viel mehr leben, als sie sind; weil sie das, was sie anderen als ihr Leben präsentieren, gekonnt ausgeschmückt haben, sodass Realitätsverzerrung wahrlich nur mehr einem Hilfsbegriff gleicht.

Dabei haben sie es nicht nötig! 

Ich hatte heute einen Streit mit einer jungen Frau, einer bildhübschen schweizer Bankerin, die wiederum ins andere Extrem verfiel, und trotzig-rebellisch gegen alle Frauen wetterte, die sich auch nur auf einen Drink vom Mann einladen lassen. Emanzipation nach Schwarzer.

Dabei ist es gar nicht so schwierig, den Mittelweg zu finden- die Schwierigkeit ist bloß die, Frauen wie meine Bekannte, die Anwältin, davon zu überzeugen, das Glitzerkrönchen das ihnen auf`s Hirn drückt abzunehmen. 

Besinnung auf andere Werte, Ladies!

Published in: on August 9, 2009 at 4:58 pm  Comments (2)  
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Alter, österreichischer Verleger auf der Suche nach junger, williger Maid!

Der hochangesehene Senior-Herausgeber einer großen österreichischen Tageszeitung scheint auf seinen alten Tagen noch einmal am süßen Nektar der Jugend nippen zu wollen, und wandelt auf Freiersfüßen:

Halbjährlich lädt er einen auserwählten Kreis gutaussehender U30-erinnen zu einem Dinner bei sich zu Hause. Und diese Zusammenkünfte lässt er sich einiges kosten- jede Teilnehmerin am Essen (und der durchaus nicht anspruchslosen Konversation!) wird mit einigen hundert Euro für ihren Zeitaufwand entlohnt!

Ein Tor, wer denkt, dass es sich hierbei schlicht und ergreifend um Damen des ältesten Gewerbes der Welt handelt: Tatsache ist, dass die illustre Runde nicht in einem Shuttle aus dem Wiener Babylon angekarrt wird (die nackte Elite, wie wir seit kurzem wissen), sondern sich aus jungen, intelligenten Mädchen, vorwiegend Studentinnen, zusammensetzt, die sich durch Dinnergespräche mit einem alten Zyniker ein nettes Zubrot verdienen wollen. Wer sein „Gehalt“ steigern möchte, hat jedoch die Möglichkeit, sich nach dem offiziellen Teil inoffiziell zu revanchieren. Ihr wisst schon, ein bisserl busseln und so.. Oder, wie mir von meinem Arbeitgeber beim Guesthosting einer großen Veranstaltung in Wien einmal erklärt wurde, „ein bisserl Sex gehört immer dazu“ (nicht notwendig zu erwähnen, dass ich damals, gerade mal volljährig geworden und quasi rein im Herzen, vollkommen geschockt keinen Job mehr für besagten Herrn übernahm, und flüchtete).

Willkommen im Leben!

Published in: on August 8, 2009 at 2:49 pm  Schreibe einen Kommentar  

In Zeiten der wirtschaftlichen Krise muss man eben Prioritäten setzen..

Eine Zeit lang habe ich in Wien mit bestimmten Leuten verkehrt, deren Lebensinhalt sich auf das wochenendliche Zurschaustellen ihrer gesellschaftlichen Position beschränkte: einige von ihnen lebten und studierten ganz gut und entspannt, wie man es nur kann, wenn einen eine monatliche Finanzspritze der Eltern piekst, die weit jenseits der 1000 Euro liegt; bei anderen wiederum war schwer oder gar nicht ersichtlich, woher die Geldströme flossen, die es ihnen erlaubten, Woche für Woche mit einem Lärm in die Clubs zu krachen, der Lindsay Lohan partymäßig in den Schatten stellen würde.

Ich fand mich zu dieser Zeit einfach unheimlich cool, im Kreise dieser Clique lässig an den besten Tischen, die teuersten Flaschen des Clubs zu vernichten, das kann man schwerlich abstreiten. Öfters fragte ich mich, ob ich denn die einzige aus der Runde sei, die Ebbe in der Haushaltskasse erspähte, in Anbetracht der Party- und Outfitkosten jedes Wochenende.

Doch dass öfters Schein das Sein dominiert zeigte mir eine Sache: eine Bekannte aus der Runde (aus gutem Hause, wenn man gut mit wohlhabend gleichsetzen mag), die immer mühelos Geld für Chaneltäschchen und 500-Euro-Partykleidchen (wohlgemerkt: meistens einmal getragen) aufbringen konnte, und sich auch ansonsten scheinbar keinen Luxus abgehen ließ, konnte eines Tages plötzlich nicht mal mehr die 2,50 Euro für einen Kaffee bei der Uni berappen  und musste sich drei Wochen lang von einem Sack Kartoffeln ernähren, da sie ihr gesamtes elterliches Monatsgeld in drei Designerfummeln angelegt hatte.

Da auch ich manchmal dazu neige, die Karte in den Geschäften glühen zu lassen, dass sie in meinen Händen fast verbrennt, bin ich als Moralapostel die falsche Ansprechperson. Aber DAS finde sogar ich lächerlich..

Auch interessant: ein Bekannter, der um „dazuzugehören“ unter der Woche jeden Cent zweimal umdreht, nur um am Wochenende seinen sogenannten Freunden unter Beweis stellen zu können, was für ein prima Moet-Tiger er doch sei. Das führte einmal sogar dazu, dass er in einem österreichischen Nobel-Ferienort nach einer besonders ausgelassenen Feier nicht mal mehr die 40 EUro für sein Zugticket nach Hause auftreiben konnte 🙂

Published in: on August 7, 2009 at 4:22 pm  Schreibe einen Kommentar  

Geheuchel unter feinen Leuten

Vor nicht allzulanger Zeit besuchte ich eine Veranstaltung, ein allmonatliches Cometogether von Leuten aus der Werbebranche und dem Medienzirkus, zu dem neben echten Prominenten stets auch verglühende österreichische Party-, Pop- und Schauspielsternchen erscheinen. Und Buffetstürmer, wie meine Freunde und ich.

Um mir nach dem üblichen Gebussel mit vielen Menschen, die mir im Grunde absolut wurscht sind, eine kleine Auszeit zu gönnen, verzog ich mich schnell in Richtung Klo, wo ich mich schon auf die samtigen Sitzgelegenheiten bei den Waschbecken freute, um dort in Ruhe telefonieren zu können. Zu früh gefreut- eine Ansammlung von Damen mittleren Alters (mit recht freshen Nähten im Gesicht- und Brustbereich) hatte sich bereits zwecks Restaurierungsarbeiten vor den Spiegeln versammelt, und den gesamten Eingangsbereich verstopft. Auf einen der besetzten Hocker wartend, schaute ich mich im Raum um und entdeckte die Ex-Ehefrau eines umstrittenen österreichischen Politikers. In einem knappen Kleidchen, das das Können von Dr. Artur Worseg preisgab, unterhielt sie sich mit einer Freundin. Ich zitiere hier den Dialog und nenne A die Ex-Politikergattin und B deren Freundin:

B: A, du schaust uuuuuuuurrrgut aus, mich haben schon alle Leute draußen gefragt, wer diese gutaussehende Person ist!

A: Ach ge, schaust doch selber aus wie ein Model!

B: Nein, also dich übertrifft so schnell niemand.

A: Also diese Figur, ein Wahnsinn. Das muss dir a Junge erst mal nachmachen! Beneidenswert..

B: Na bitte, früher vielleicht! Aber alle Männer draußen werden schon wahnsinnig und fragen mich aus, weil ich dich kenne..

A: Jetzt tu` nicht so. Dabei bist du doch immer schon die Umschwärmte gewesen!

Dieses sinnentleerte, in zuckersüßem Tonfall kommunizierte Gespräch ist seitdem für mich der Inbegriff der Wiener Oberflächlichkeit. Einfach erfrischend, die feine Gesellschaft!

Published in: on August 6, 2009 at 9:02 pm  Schreibe einen Kommentar