„Wenn der Pöbel aller Felder tanzet um die goldnen Kälber, ..


..halte fest: du hast vom Leben doch am Ende nur dich selber.“
Theodor Storm hat es schon damals gewusst, wir dumme Menschenskinder wollen es jedoch bis zum heutigen Zeitpunkt nicht einsehen.

Ich lasse nun meiner hermeneutischen Ader völlig freien Lauf, und wälze diesen klugen Satz dieses klugen Mannes auf meine neuesten (gestrigen) Erkenntnisse des Lebens um. Ich war mit einer guten Freundin auf einen Drink verabredet, wir hatten uns schon ein Weilchen nicht gesehen und uns einiges zu erzählen. Vor allem das leidige Thema Mann (ist da etwa ein Bedeutungszusammenhang zwischen dem italienischen und dem englischen male?!) kam beim Plaudern ins Herrmanns Strandbar nicht zu kurz, so erfuhr ich von den neuesten Unmöglichkeiten, die sich dieser und jener geleistet hatte, gab meine eigenen Erfahrungen (bzw. Irrtümer, die ich als positiv denkender Mensch Erfahrungen nenne) weiter und wir stellten fest, dass wir im Grunde recht einsam sind.
Am selben Abend lernten wir einen schönen, charismatischen Mann kennen, der sich offensichtlich schwer tat, sich für eine von uns stärker zu erwärmen als für die andere, und auch uns ging es nicht besser beim Versuch eine konstruktive Antwort auf die Frage zu finden, wer nun das Anrecht auf das Schnittchen hätte.

Letzten Endes gingen wir beide alleine heim, ich betrat in der früh um vier Uhr meine Wohnung. Totenstille. Ich hatte ein paar Gläser Wein getrunken, war etwas überdreht, jedoch nicht betrunken- in meinem Kopf drehten sich die Gedanken wild, viele bunte Bilder des Abends zogen an mir vorüber, ich hatte noch die Musik aus der Bar im Ohr. Viel zu müde um mich noch auszuziehen, geschweige denn zu duschen ließ ich mich in mein Bett fallen und versuchte, endlich Schlaf zu finden. Vergeblich. Gedanken überschlagen sich. Stille. Rechts neben mir im Bett Leere. Kein warmer, beruhigender Körper, an den man sich zum Einschlafen drücken kann. Keine Hand die einem die Schläfen streicheln und auch keine Arme, die einen in den Schlaf wiegen. Da musste ich weinen.

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Published in: on August 19, 2009 at 7:31 pm  Schreibe einen Kommentar  

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