Mit der Yacht geködert..


Zurück aus dem Urlaub- um einige Erfahrungen reicher. In den schönsten Tagen/Wochen des Jahres ist bekanntlich alles erlaubt, und an diese Vorsätze habe ich mich auch streng gehalten. Kein Drink zu hart, kein Fummel zu knapp, alles ist möglich..

Zusammen mit einer sehr guten Freundin habe ich den Süden Italiens in den Boden gestampft, tagsüber Strand, ein wenig Sightseeing, abends Party nonstop. Dabei haben wir massenhaft Leute kennengelernt, wie es beim Reisen so üblich ist. Natürlich auch Italo-Jungs. Fragt sich im Nachhinein, ob man sich darüber freuen soll. Zwei besondere Exemplare der männlichen Gattung will ich hier vorstellen.

Nummer eins, nennen wir ihn Chico. 1,90 groß, also vollkommen untypisch für einen Italiener, stattlich, mit einer tiefen, rauen Stimme und sehr, sehr selbstsicher. In einem Club hat er mich angesprochen, wenige Tage später kam es zu einem erneuten Wiedersehen in einem anderen Strandclub, wo er wie eine Klette seine Hände an meine Hüfte und meinen Hintern heftete und mir seine schmalzigen Gedanken lüstern ins Ohr hauchte. Irgendwann zu späterer Stunde, nach vielen Vodka on the Rocks, umhüllte Chico mich mit seinen starken Armen, sodass jede Flucht zwecklos erschien, und rammte mir nicht gerade sanft seine ebenso recht groß ausgefallene Zunge in den Rachenraum, wo er mir mit flotten Umdrehungen wohl seine wilde Seite demonstrieren wollte. Ich hingegen bekam es nun eher mit der Angst zu tun, und checkte mit immer stärker aufkommender Panik die Fluchtmöglichkeiten ab, die sich mir anboten- jedoch ohne Erfolg, ich konnte keine Bekannten oder Freunde in nähester Umgebung entdecken, und auch ein vorgetäuschter Ohnmachtsanfall kam nicht infrage, da mein heißer Lover meine Passivität in seinem feurigen Enthusiasmus wahrscheinlich gar nicht bemerkt hätte. Also gab ich mich resigniert meinem Schicksal hin und wartete, bis Chico zum Luftholen mit der Bewässerung meines Gesichts pausieren musste. Doch nun war er angefeuert, unser Zungenspiel in einem fulminanten Feuerwerk der Lust, einem All-Inclusive-Liebesakt gipfeln zu lassen und bot mir an, auf ein Glas Wein auf sein Boot zu kommen und dort die nächsten Tage zu verbringen, er läge genau vor dem Club mit seiner Yacht vor Anker. Tja, wie soll ich sagen- natürlich lockt ein normales Mädchen das Angebot, sich auf einem Schiffchen in den Ferien von Angestellten verwöhnen zu lassen, aber mit diesem Schmalspurcasanova? Die Aussicht, mit dem guten Chico die restliche Zeit hier verbringen zu müssen wollte mich nicht recht froh machen, trotz Boot. Also entwand ich mich mühevoll seinem Klammergriff, um ihn über das Ende unserer kurzen Affäre in Kenntnis zu setzen- beleidigt zog er ab, um nur wenig später mit einer hochgewachsenen, kurzberockten Brünetten Richtung Hafen zu entschwinden. Männer!

Alsdann Nummer 2, nennen wir ihn Nico. Ein kleiner Italiener, der meine Freundin und mich 10 Minuten  bequatschte, doch an seinen Tisch zu kommen (es ist immer gefährlich solche Angebote in Italien anzunehmen, wenn man nicht gerade heiß darauf ist, am Tisch tanzend eine Vodkaflasche in den Mund gesteckt zu bekommen, was anschließend fotografiert und auf facebook dokumentiert wird). Im Großen und Ganzen waren er und seine Freunde jedoch tatsächlich ganz angenehme Zeitgenossen, nicht unerträglich aufdringlich oder desgleichen, weshalb wir auch Nummern austauschten, um an einem der nächsten Abende vielleicht gemeinsam auszugehen. Von nun an wurde ich täglich mit SMS, ich nenne es mal bombadiert, in denen Nico von der  Schönheit der Österreicherinnen und der Sehnsucht sprach. Am Ende hatte ich mit dem armen Kerl Erbarmen, und wir beschlossen, an unserem letzten Abend etwas gemeinsam zu unternehmen. Auf seinen Vorschlag hin fuhren wir (in einem Luxuswagen, dessen Marke ich hier zwecks Schleichwerbung nicht nennen mag) zu viert (Nico hatte noch einen Freund im Gepäck) in den edelsten Club der Region, wo uns Eintritt und Getränke gestellt wurden; danach wurden wir ebenso edel wieder nach Hause chauffiert, wobei mir der gute Nico beim Abschied seine ehrliche und tiefste Verehrung aussprach, und mir versicherte, er würde mich bald in Wien besuchen kommen, lieber sofort als gleich (ich konnte mich nicht erinnern, ihn eingeladen zu haben?!). Nun sitze ich hier, mit SMS am Display, in denen von Distanzen gefaselt wird, die unsere Verbindung überstehen wird, und von der unaufhörlichen Anziehungskraft zwischen uns (wo?).

Ach ja, und dank Web 2.0 wurde ich natürlich gleich von meinen neuen Freunden auf facebook erfolgreich gestalkt- die Geister, die ich rief…

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Published in: on August 18, 2009 at 12:15 pm  Schreibe einen Kommentar  

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